Verordnung · Lebenszyklus

EU-Batterieverordnung 2023/1542 — mehr als der Batteriepass.

Die EU-Batterieverordnung, Verordnung (EU) 2023/1542, ist das Regelwerk für Batterien in der EU: Nachhaltigkeit, Sicherheit, Kennzeichnung und Kreislauf. Der Batteriepass ist die Datenschicht darin, nicht das ganze Gesetz.

Keine Rechtsberatung. Quellen: VO (EU) 2023/1542, VO (EU) 2025/1561, BattDG.

2023/1542 · Fahrplan5 Stationen
  • 18.02.2024Anwendung der Verordnung
  • 18.08.2025EPR · Registrierung (DE: BattDG)
  • 18.02.2027Batteriepass Pflicht · EV, LMT, Industrie
  • 18.08.2028Recyclat-Quoten · Nachweis
  • Euer PackLücke · Pass-Felder ohne Quelle
Auszug · Demo-Daten

Kontext

Mehr als der Batteriepass

Verordnung (EU) 2023/1542 regelt Produktanforderungen, digitale Transparenz und Kreislauf inklusive EPR. Die Batteriepass-Anforderungen sind die Datenschicht darin, nicht das ganze Regelwerk. Höhepunkt 2027, Alltag 2025/26: Registrierung und Nachweise, die Validation-Teams schon im Lastenheft sehen.

Für den Prüfplan heißt das: Pass-Felder, CO₂-Angaben und Recyclat-Quoten brauchen messbare Quellen. Ohne Mapping Spec zu Prüfung bleiben Felder leer, auch wenn UN 38.3 grün ist.

Was 2026 ins Lastenheft muss — und was erst 2027

Kalenderdatum in der VO ist nicht gleich Requirement im OEM-Spec. Validation sieht die 2027-Pflichten oft schon 2026 als unscharfe Sätze.

Frist In der VO Was Validation im Lastenheft sieht
2025/26 EPR, DE-Registrierung (BattDG) Selten Tests — Compliance, nicht Labor
18.02.2027 Batteriepass + QR für EV, LMT, Industrie > 2 kWh Pass-Felder als Requirements ohne Quelle — siehe Batteriepass-Anforderungen 2027
18.08.2027 Due Diligence (VO 2025/1561) Lieferanten-Audits, kein Homologationstest
2031 / 2036 Rezyklat-Mindestanteile Specs fragen Nachweise oft schon jetzt

Quellen: VO (EU) 2023/1542; VO (EU) 2025/1561; BattDG. Keine Rechtsberatung.

Verordnung

Was die EU-Batterieverordnung 2023/1542 ist

Verordnung (EU) 2023/1542 gilt seit dem 18. Februar 2024 unmittelbar in der EU und ersetzt die Batterierichtlinie von 2006. Sie erfasst Geräte-, Fahrzeug-, Industrie- und Starterbatterien, mit unterschiedlichen Pflichten je Kategorie.

Konformität mit der Batterieverordnung heißt: die Pflichten der eigenen Rolle sind belegbar. Das sind Produktanforderungen, die digitale Akte (der Batteriepass mit seinen Feldern und Nachweisen), die Registrierung zur erweiterten Herstellerverantwortung und, ab dem 18. August 2027, die Sorgfaltspflichten der Lieferkette. Ein bestandener UN-38.3-Transporttest allein ist keine Konformität.

Chemische Anforderungen, und was das Labor belegt

Die Verordnung beschränkt Stoffe und verlangt Angaben zur Zusammensetzung. Sie schreibt keine eigene Prüfserie vor, so wie UN 38.3 die Transporttests T.1–T.8 vorschreibt.

Artikel 6 und Anhang I beschränken Quecksilber, Cadmium und, für Gerätebatterien, Blei. Schwellen und Ausnahmen stehen im Verordnungstext, nicht in einem Lastenheft-Satz „chemische Anforderungen erfüllen“. Für den Prüfplan zählt die Trennung: eine Stoffgrenze ist eine Konformitätsaussage mit Analyse oder Lieferantenerklärung. Kapazität, Sicherheit im Betrieb und Transport bleiben IEC 62619 und UN 38.3. CO₂-Fußabdruck und Rezyklatanteil sind Methode und Massebilanz, keine Abuse-Tests. Due Diligence zu Kobalt, Lithium, Nickel und Grafit ist ein Audit der Lieferkette.

Quellen: VO (EU) 2023/1542 Art. 6, Art. 77, Anhang I und Anhang XIII; VO (EU) 2025/1561. Keine Rechtsberatung. Zum Zitieren: cevelar.com/standards/eu-battery-regulation#chemische-anforderungen

Architektur

Fünf Säulen. Ein Lebenszyklus.

01

Produkt

Stoffe, Sicherheit, Leistung, Entfernbarkeit, Konformität.

02

Pass & QR

Digitale Akte und QR, nicht nur Marketing-Label.

03

EPR

Sammlung, Recycling, DE-Register (ear / OfH).

04

Due Diligence

Rohstoffe Co, Li, Ni, Grafit, Start 18.08.2027.

05

CO₂ & Rezyklat

3-Stufen-CF; Mindestanteile 2031/2036. Sekundärrecht tracken.

Kalender

Was jetzt zählt

Kalenderdatum in der VO ≠ immer Praxis. Viele CO₂- und Kennzeichnungsfristen hängen an Delegierten-/Durchführungsakten.

  1. 25/26 Basis aktiv

    EPR & DE-Registrierung

    BattDG, ear, OfH je Kategorie. Ohne Register kein legaler Vertrieb in DE.

  2. 2026 Vorbereitung

    Label → QR → Pass-Pilot

    Kennzeichnung, Pass-Zugang, Due-Diligence-Leitlinien (26.07.2026). Datenmodelle und Lieferkettenverträge jetzt klären.

  3. 2027 Schlüsseljahr

    QR, Batteriepass, Entfernbarkeit, Due Diligence

    18.02.2027: QR für alle Batterien, Pass für LV / Industrie > 2 kWh / EV. 18.08.2027: Due Diligence (verschoben durch 2025/1561).

  4. 31/36 Lieferkette

    Rezyklat-Mindestanteile

    Ab 18.08.2031 u. a. 16 % Co, 6 % Li, 6 % Ni; ab 2036 höher. Industrielle Beschaffung braucht Vorlauf.

Klarstellung

Drei Mythen. Eine Realität.

  • Mythos

    „Due Diligence gilt seit August 2025.“

    Realität

    Verschoben auf 18.08.2027 (VO 2025/1561). Trotzdem jetzt vorbereiten.

  • Mythos

    „CO₂-Erklärung ist schon flächendeckend Pflicht.“

    Realität

    Hängt an Delegierten-/Durchführungsakten. Kalender ≠ Praxis, Sekundärrecht tracken.

  • Mythos

    „Nur Hersteller sind betroffen.“

    Realität

    Importeure, Händler, OfH, Second Life, Fulfilment: Rollen prüfen.

Akteursblick

Wer muss was?

Hersteller

Konformität, Pass-Daten, Due Diligence, EPR. Second Life braucht neuen, verknüpften Pass.

Importeur

Marktzugangspflichten, Register, Nachweise aus der Lieferkette. Oft der operative Flaschenhals.

Händler / OfH

DE: ear und OfH je Kategorie. Ohne Nachweis kein legaler Vertrieb.

Handlungsplan

90 Tage. Fünf Schritte.

Für Validation- und Compliance-Teams: Spec-Mapping und Pass-Pilot laufen parallel zur Registerarbeit.

  1. Rollen klären Hersteller, Importeur, OfH, Second Life, Fulfilment.
  2. Register & EPR ear / OfH je Batteriekategorie prüfen.
  3. Datenmodell Pass-Felder, Owner, Verification Method festlegen.
  4. Lieferkette Due-Diligence-Vorlauf und Spec-Nachweise anstoßen.
  5. Pass-Pilot Aggregation → Register → Scan, bevor 2027 hart startet.

FAQ

Konformität kurz erklärt

Die Fragen, mit denen Validation-Teams in DE gerade in die Suche gehen.

Was ist die EU-Batterieverordnung 2023/1542?

Verordnung (EU) 2023/1542 ersetzt die Batterierichtlinie von 2006 und regelt Nachhaltigkeit, Sicherheit, EPR und den digitalen Batteriepass über den gesamten Lebenszyklus.

Was bedeutet Konformität mit der Batterieverordnung?

Konformität heißt: Produktanforderungen, digitale Transparenz (Batteriepass/QR), EPR-Register und Due Diligence sind für die eigene Rolle nachweisbar. Ohne Mapping der OEM-Specs auf UN 38.3, IEC 62619 und Pass-Felder bleiben Lücken bis zum Audit.

Wann wird der digitale Batteriepass Pflicht?

Für LV-, EV- und Industriebatterien über 2 kWh ab dem 18. Februar 2027. Der eigene Leitfaden: Batteriepass-Anforderungen.

Gilt Due Diligence schon seit August 2025?

Nein. Durch VO (EU) 2025/1561 wurde der Beginn auf den 18. August 2027 verschoben. Vorbereitung sollte trotzdem jetzt starten.

Was muss 2026 ins Lastenheft, was erst 2027?

2026: EPR/Register und Pass-Felder mit Quelle. 18. Februar 2027: Pass und QR. 18. August 2027: Due Diligence (Audit, kein Labortest). Rezyklat-Quoten 2031/36 stehen in Specs oft schon jetzt.

Welche chemischen Anforderungen belegt das Labor?

Artikel 6 und Anhang I beschränken Quecksilber, Cadmium und Blei in Gerätebatterien. Das ist eine Stoffaussage mit Analyse oder Lieferantenerklärung, keine Transportserie. UN 38.3 und IEC 62619 belegen Transport und Sicherheit im Betrieb. CO₂ und Rezyklat kommen aus Methode und Lieferkette.

Kontakt

Specs auf Verordnung und Normen mappen.

Cevelar strukturiert OEM-Anforderungen mit Traceability zu UN 38.3, IEC 62619 und Pass-Feldern, EU-gehostet. Den Passport-Leitfaden findest du unter Batteriepass.